{"id":115,"date":"2023-07-11T12:35:31","date_gmt":"2023-07-11T10:35:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.antecedo.eu\/?p=115"},"modified":"2024-10-12T12:06:16","modified_gmt":"2024-10-12T10:06:16","slug":"newsletter-juli-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antecedo.eu\/en\/newsletter-juli-2023\/","title":{"rendered":"Newsletter Juli 2023"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">OLD MEN&#8217;S ENDGAME<\/h2>\n\n\n\n<p>Normalerweise w\u00e4re die Jahresmitte ein zu fr\u00fcher Zeitpunkt, um jetzt schon \u00fcber die \u00f6konomischen Entwicklungen im n\u00e4chsten Jahr zu sprechen. Doch wir leben in aufgew\u00fchlten Zeiten, und alleine die Anzahl an richtungsweisenden Wahlen in 2024 macht es schon jetzt erforderlich, den Blick weit nach vorne zu richten. Die folgende Tabelle gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die wichtigsten Wahlen 2024 und ihre voraussichtliche Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.antecedo.eu\/files\/antecedo\/artikel\/publikationen\/Grafiken\/2023-02\/Antecedo%20Newsletter%2002_2023-01.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Taiwan<\/h3>\n\n\n\n<p>Die derzeitigen Spannungen zwischen Taiwan und China sind auch ein Ergebnis der politischen Entwicklungen in Taiwan. Denn solange die nach dem chinesischen B\u00fcrgerkrieg nach Taiwan gefl\u00fcchtete chinesische Nationalbewegung (Chungkuo Kuomintang, KMT) die taiwanesische Politik bestimmte, herrschte \u2013 zumindest in der Sichtweise eines unteilbaren Chinas \u2013 Einigkeit. Dies war auch die Grundlage des nie offiziell verk\u00fcndeten Konsenses von 1992. Demnach gibt es nur ein China, aber beide Seiten haben unterschiedliche Vorstellungen, wie dieses China aussehen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Demokratisierungsprozess in Taiwan seit der Jahrtausendwende und sp\u00e4testens mit der Regierungs\u00fcbernahme der Fortschrittspartei (Democratic Progressive Party, DPP) 2016 ist dieser Konsens in Frage gestellt. Denn diese Partei vertritt viel st\u00e4rker einen Unabh\u00e4ngigkeitsanspruch als die Kuomintang. Eine unglaubliche Provokation aus Pekinger Sicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Situation vor den Wahlen im Januar noch ein wenig komplizierter zu machen, ist zuletzt eine dritte Partei in Taiwan nach oben gekommen (Taiwanesische Volkspartei, TPP), die einen dritten Weg zwischen den beiden anderen verspricht. Grunds\u00e4tzlich steht die TPP der DPP n\u00e4her als den Nationalchinesen. Auch in der Unabh\u00e4ngigkeitsfrage, ohne sich aber klar festzulegen. Nach derzeitigen Umfragen liegt die DPP bei ca. 35%, TPP bei ca. 30% und die KMT bei ca. 20% Zustimmung bei den W\u00e4hlern. Das bedeutet, dass das Rennen noch offen ist und vermutlich keine Partei alleine eine Parlamentsmehrheit erreichen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Regierung in Peking w\u00fcrde am liebsten einen Sieg der Kuomintang, des alten Feindes im B\u00fcrgerkrieg, sehen. Das ist aber nicht der wahrscheinlichste Fall. Vermutlich wird der n\u00e4chste Pr\u00e4sident Taiwans von einer der anderen beiden Parteien gestellt werden. Je st\u00e4rker dieser Pr\u00e4sident im Wahlkampf und danach seine Bereitschaft zur R\u00fcckkehr zum Konsens von 1992 zeigt, desto mehr werden die Spannungen zwischen China und Taiwan abnehmen. Je st\u00e4rker die Unabh\u00e4ngigkeit Taiwans betont wird, bis hin zum Versprechen eines Unabh\u00e4ngigkeitsreferendums, desto heftiger kann dieser Konflikt eskalieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus unserer \u00f6konomischen Sicht bedeutet dies, dass China weiterhin Richtung Taiwan drohen wird, um damit die Unabh\u00e4ngigkeitsbestrebungen einzud\u00e4mmen. Damit wird China aber auch die Investitionsbereitschaft von Ausl\u00e4ndern in China und auch die Beziehungen Chinas zum Westen belasten. Insgesamt also ein weiterer Schritt der Deglobalisierung mit Auswirkungen auf Handel und Inflation in vielen L\u00e4ndern. Was dann nach dem Wahltag geschieht, ist offen. Von Deeskalation bei einer Regierung in Taiwan, die wieder die Sicht der Unteilbarkeit Chinas annimmt, bis zur offenen Konfrontation bei einer Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung ist alles m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Deutschland und Europa<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Europawahl im Juni 2024 ist ein Ereignis, dem politische Beobachter h\u00e4ufig nur die Bedeutung nationaler Wahlen zubilligen. Ich teile diese Sicht nicht und ganz besonders nicht bei dieser Europawahl. Denn nicht nur, dass die Anzahl der europ\u00e4ischen Rechtsakte die Anzahl nationaler Gesetzgebungen deutlich \u00fcbersteigt, gerade im \u00f6konomischen Bereich ist die europ\u00e4ische Gesetzgebung die absolut wichtigste Instanz. Und in der Zusammensetzung des europ\u00e4ischen Parlaments bahnen sich entscheidende Ver\u00e4nderungen an.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausschlaggebend ist hier die immer st\u00e4rkere Zustimmung zu rechten Parteien in Europa. Mit den \u201eFratelli d\u2019Italia\u201c und dem \u201eRassemblement National\u201c in Frankreich stellen aktuell rechte Gruppierungen in zwei der bedeutendsten europ\u00e4ischen L\u00e4nder die st\u00e4rkste Partei. Nach derzeitigen Meinungsumfragen werden die beiden rechten Parlamentsgruppen im europ\u00e4ischen Parlament (European Conservatives and Reformists Group, Identity and Democracy Group) zusammen mehr Abgeordnete bekommen als die sozialistische Gruppe (155 zu 135 Abgeordnete). Am 23.07.2023 finden noch Parlamentswahlen in Spanien statt mit einem voraussichtlichen Wechsel zu einer Mitte-rechts-Regierung, und in \u00d6sterreich f\u00fchrt in Meinungsumfragen derzeit die rechte FP\u00d6 sehr deutlich (Wahltermin Herbst 2024).<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Verschiebungen in der Parteienlandschaft werden voraussichtlich auch Ver\u00e4nderungen in der europ\u00e4ischen Gesetzgebung mit sich bringen. Denn auch wenn die klassischen Konservativen eine weitere Zusammenarbeit mit eher linken Parteien suchen sollten, so m\u00fcssen sie doch st\u00e4rker konservative Inhalte durchsetzen. Das ist eventuell auch mit wechselnden Mehrheiten m\u00f6glich. Erst Ende Juni 2023 hat der Umweltausschuss des europ\u00e4ischen Parlaments mit den Stimmen der Liberalen, der Konservativen und der rechten Parteien das neue Naturschutzgesetz durchfallen lassen. Insgesamt ist bei einer ver\u00e4nderten Parlamentszusammensetzung damit zu rechnen, dass Umweltthemen etwas an Bedeutung verlieren und Wirtschafts- und Migrationsthemen an Bedeutung gewinnen werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">USA<\/h3>\n\n\n\n<p>Das absolute politische Top-Ereignis ist alle vier Jahre die Pr\u00e4sidentschaftswahl in den USA. Schon lange vor dem eigentlichen Wahltermin wird dieses Ereignis die Diskussionen bestimmen. Die erste Fernsehdebatte der republikanischen Pr\u00e4sidentschaftskandidaten ist f\u00fcr den 23. August 2024 geplant.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.antecedo.eu\/files\/antecedo\/artikel\/publikationen\/Grafiken\/2023-02\/Antecedo%20Newsletter%2002_2023-02.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Derzeit scheint es, als w\u00fcrde es bei der Wahl erneut auf ein Duell Biden gegen Trump hinauslaufen. Die Grafik zeigt die aktuellen durchschnittlichen Zustimmungswerte republikanischer Pr\u00e4sidentschaftskandidaten bei republikanischen W\u00e4hlern in den Vorwahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Rein von diesen Zustimmungswerten ausgehend k\u00f6nnte man die Kandidatur der Republikaner f\u00fcr ein totes Rennen halten. Aber dem ist nicht so. Gerade der amerikanische Vorwahlkampf ist gepr\u00e4gt von Favoritenst\u00fcrzen. Bei der Kandidatur Trumps 2016 war Jeff Bush der haushohe Favorit der Vorwahlen. Und 2008 sahen die Zustimmungswerte Hillary Clintons gegen\u00fcber Barack Obama \u00e4hnlich aus wie jetzt im Fall Trump gegen\u00fcber DeSantis.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem von Donald Trump mit seiner geradezu fanatischen Anh\u00e4ngerschaft ist, dass er keinen Vorwahlkampf machen kann. Denn wenn er diesen macht, muss er polarisieren. Damit bindet er seine Anh\u00e4nger an sich, verliert aber die Zustimmung in der Mitte, so dass er vermutlich die folgende Pr\u00e4sidentschaftswahl erneut verlieren w\u00fcrde. So ist auch zu erkl\u00e4ren, dass Trump schon jetzt dar\u00fcber nachdenkt, gar nicht an den Fernsehdebatten der republikanischen Kandidaten teilzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem der republikanischen Partei ist: Wie bekommt man Trump weg, ohne dessen Anh\u00e4ngerschaft zu verlieren?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Probleme des Amtsinhabers und der demokratischen Partei sind anders gelagert. Auch wenn Biden altersbedingt schon die eine oder andere Schw\u00e4che zeigt, sollte ihm die Nominierung seiner Partei sicher sein. Denn die demokratische Partei hat schlicht keinen Nachwuchspolitiker, der in der Lage w\u00e4re, die unterschiedlichen Str\u00f6mungen in der Partei zu vereinen und einen erfolgversprechenden Wahlkampf zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Krux bei Biden sind seine notorisch schlechten Umfragewerte, die es zweifelhaft machen, dass er die Wahl gewinnen w\u00fcrde, wenn er gegen jemand anderes als Trump antreten m\u00fcsste. Vermutlich dr\u00fccken in den Vorwahlen viele Demokraten Trump die Daumen. Das andere Problem Bidens ist sein hohes Alter, das auch schon zu dem einen oder anderen Aussetzer gef\u00fchrt hat. Doch Biden befindet sich mit seinem Alter unter den F\u00fchrern der Welt in guter Gesellschaft. Die folgende Liste zeigt eine Aufstellung der wichtigsten Politiker nach ihrem Alter.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.antecedo.eu\/files\/antecedo\/artikel\/publikationen\/Grafiken\/2023-02\/Antecedo%20Newsletter%2002_2023-03.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Da zwei Drittel der wichtigsten Politiker schon \u00fcber dem f\u00fcr normale Arbeiter geltenden Renteneintrittsalter liegen, ist es klar, dass in den n\u00e4chsten Jahren in den Spitzenpositionen weltweit j\u00fcngere Frauen und M\u00e4nner an die Spitze r\u00fccken werden. Doch die kommenden Wahlen in den USA werden gepr\u00e4gt sein vom Kampf zweier alter M\u00e4nner, auch wenn ein j\u00fcngerer am Ende triumphieren k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser J\u00fcngere k\u00f6nnte bei den Republikanern Ron DeSantis sein, der durchaus Trump schlagen kann. Bei den Demokraten kommt ein J\u00fcngerer erst ins Spiel, wenn Biden aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden absolut nicht mehr antreten kann. Einen ausgemachten Nachfolger gibt es hier nicht. Auch nicht die Vizepr\u00e4sidentin Harris, die noch schlechtere Umfragewerte hat als Biden selbst. Ohne Biden w\u00e4re es f\u00fcr die Demokraten sehr schwer, das Wei\u00dfe Haus zu verteidigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch was bedeuten diese Analysen aus \u00f6konomischer Sicht? Grunds\u00e4tzlich bewegt sich der Fokus in den USA von Europa weg. Der asiatisch-pazifische Raum hat dort aufgrund seiner zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung \u2013 und weil in dieser Region mit China der Hauptkonkurrent der USA sitzt \u2013 mittlerweile mindestens den gleichen Stellenwert wie das alte Europa. Das gesamte Handelsvolumen der USA mit der EU betrug 2021 632 Mrd. USD. Im gleichen Zeitraum machte das Handelsvolumen mit China 655 Mrd. USD aus, mit den ASEAN-Staaten 369 Mrd. USD und mit Japan 209 Mrd. USD.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig hierbei zu wissen ist, dass die Importe in die USA aus diesen asiatischen L\u00e4ndern mindestens immer doppelt so gro\u00df sind wie die Exporte der USA in diese L\u00e4nder. Aus diesen Beziehungen resultiert der gr\u00f6\u00dfte Teil des amerikanischen Handelsbilanzdefizits. Schon unter der Pr\u00e4sidentschaft Trumps war das Handelsbilanzdefizit gegen\u00fcber China das au\u00dfenpolitische Topthema. Und jeder zuk\u00fcnftige Pr\u00e4sidentschaftskandidat, der das Wahlversprechen \u201eJobs, Jobs, Jobs\u201c aufnehmen will, muss diese Wirtschaftsbeziehungen auch zu seinem Topthema machen. Dies f\u00fchrt unweigerlich zur Konfrontation mit China, da deren Wirtschaftstheorie der zwei Kreise \u2013 ein abgeschotteter innerer und ein auf Expansion ausgelegter \u00e4u\u00dferer \u2013 den amerikanischen Interessen genau zuwiderl\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus amerikanischer Sicht ist eine st\u00e4rkere Bedeutung der USA im wachstumsstarken Asien unverzichtbar. Die Strategie hierzu wird einerseits auf der angestrebten \u00d6ffnung der asiatischen M\u00e4rkte f\u00fcr amerikanische Produkte und Dienstleistungen beruhen oder, wenn dies nicht erfolgt, auf Wirtschaftssanktionen und Handelsbeschr\u00e4nkungen, um amerikanische Arbeitspl\u00e4tze vor \u201eunlauterer Konkurrenz\u201c zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle ergibt sich auch ein geh\u00f6riges Konfliktpotenzial zwischen den USA und Europa. Denn Europa (und ganz besonders Deutschland) ist konjunkturell von den Wirtschaftsbeziehungen nach Asien viel abh\u00e4ngiger als die USA. Deshalb wollen die Europ\u00e4er nach M\u00f6glichkeit auch einen Wirtschaftskrieg mit China vermeiden. Die USA sind letztendlich aber bereit, diese Auseinandersetzung zu f\u00fchren. Joe Biden ist vermutlich f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit der letzte Pr\u00e4sident, der noch so europ\u00e4isch ausgerichtet ist, wie es der traditionellen amerikanischen Politik entsprach. Vermutlich werden die Beziehungen zwischen Europa und den USA schwieriger, egal mit welchem Nachfolger.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Konjunktur: Auf des Messers Schneide<\/h3>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund, dass sich die wichtigsten Volkswirtschaften infolge unterschiedlicher Interessen voneinander entfernen, stellt sich die Frage, wie die mittelfristigen Konjunkturaussichten aussehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Aktuell befindet sich fast die gesamte Welt in einer Phase konjunktureller Verlangsamung. Diese wurde ausgel\u00f6st durch die zuerst gestiegenen Inflationsraten und die darauf erfolgten massiven Zinserh\u00f6hungen in allen klassischen Industriel\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgehend von nie gekannten Niedrigzinsen im negativen Bereich haben die Notenbanken in relativ kurzer Zeit die Zinsen wieder auf normale Niveaus im unteren historischen Bereich angehoben. Bisher wurde dabei kein Crash an den M\u00e4rkten oder eine Rezession ausgel\u00f6st. Da es nicht einmal eine ann\u00e4hernde historische Erfahrung gibt, mit welchen Reaktionen man nach einer solchen Niedrigzinsphase und Geldschwemme rechnen muss, ist das fast unglaublich. Sollte es wirklich gelingen, eine solche Niedrigzinsphase mit einem Soft Landing zu beenden, dann k\u00f6nnen wir alle vor den Notenbanken nur den Hut ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch es ist noch nicht abschlie\u00dfend klar, und in die Entwicklung spielen auch Faktoren hinein, die au\u00dferhalb der Einflussm\u00f6glichkeiten der Notenbanken liegen. Es bleibt also abzuwarten, ob wir am Ende der Zinserh\u00f6hungen eine Rezession vermieden haben werden. Wenn wir den Verlauf der Einkaufsmanager-Indizes f\u00fcr die USA (Manufacturing-Index als blaue Linie und Service-Index als orange Linie), die Eurozone (gr\u00fcne Linie) und Deutschland (rote Linie) betrachten, dann sieht es so aus, als ob nur in den USA die konjunkturelle Abw\u00e4rtsbewegung stoppen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.antecedo.eu\/files\/antecedo\/artikel\/publikationen\/Grafiken\/2023-02\/Antecedo%20Newsletter%2002_2023-04.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"317\"> <br>Quelle: Bloomberg<\/pre>\n\n\n\n<p>Ganz besonders in Deutschland zeigen schon neuere als die hier verwendeten Ende-Mai-Daten einen weiteren deutlichen R\u00fcckgang der Wirtschaftsaktivit\u00e4ten an.<\/p>\n\n\n\n<p>In den USA bestehen gute Chancen, dass es tats\u00e4chlich zu einem Soft Landing mit anschlie\u00dfend wieder anziehenden Wachstumsraten kommt. Wichtige Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind die Servicelastigkeit der US-Wirtschaft, die nicht so zinssensitiv ist, wie andere Volkswirtschaften und die hohe Innovationskraft der amerikanischen Unternehmen. So wie sich die Daten darstellen werden die USA die Zugmaschine der Weltwirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>In Europa und ganz besonders in Deutschland hat man vermutlich die \u00f6konomischen Gefahren noch nicht richtig erkannt. Die Eurozone als Ganzes wird voraussichtlich eine l\u00e4ngere Phase konjunktureller Schw\u00e4che durchlaufen, in Deutschland d\u00fcrften negative Wachstumsraten \u00fcber mehrere Quartale nicht mehr zu vermeiden sein. Erst wenn Kapazit\u00e4ten abgebaut werden und die Arbeitslosigkeit steigt, werden viele Politiker die \u00f6konomische Situation realisieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zinspolitik: Wann ist viel zu viel?<\/h3>\n\n\n\n<p>Dass die aktuelle konjunkturelle Abschw\u00e4chung von der Straffung der Zinspolitik ausgeht, steht au\u00dfer Zweifel. Doch wann endet der aktuelle Zinserh\u00f6hungszyklus? Das gesamte erste Halbjahr war gepr\u00e4gt von der Erwartung, dass die Zinsanhebungen ein Ende finden werden und die Zinsen zum Jahresende hin sogar wieder fallen. Diese Erwartung musste nach und nach zur\u00fcckgenommen werden, aber noch immer sind die langfristigen Zinsen, in Erwartung zuk\u00fcnftig wieder sinkender Raten am kurzen Ende, niedriger als die Geldmarktzinsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um einer Aussage \u00fcber die Zinsentwicklung n\u00e4her zu kommen, m\u00fcssen wir die voraussichtliche Entwicklung der Inflationsraten betrachten. Diese sind, im Vergleich mit den H\u00f6chstst\u00e4nden um den Jahreswechsel, schon deutlich zur\u00fcckgekommen. Doch werden sie auch bis auf die 2%-Ziele der Notenbanken absinken?<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne eine kr\u00e4ftige Rezession vermutlich nicht. Denn wir sehen strukturelle Inflationstreiber, die dem entgegenstehen. Zum einen ist hier der Prozess der Deglobalisierung zu nennen. Zum anderen aber auch die angespannte Situation an den Arbeitsm\u00e4rkten vieler L\u00e4nder. Die Situation, dass infolge der Altersstruktur mehr Arbeitnehmer aus dem Berufsleben ausscheiden als eintreten, ist in nahezu allen Industriel\u00e4ndern und auch in China zu beobachten. Dieses sich vermindernde Arbeitsangebot f\u00fchrt nat\u00fcrlich zu h\u00f6heren Preisen f\u00fcr Arbeit und ist l\u00e4ngerfristig der Inflationstreiber Nummer eins.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt noch, dass die in den Jahren der extrem expansiven Geldpolitik geschaffene gro\u00dfe Geldmenge nach wie vor hohes inflation\u00e4res Potenzial besitzt. Die kurze Zeit der jetzt etwas restriktiveren Geldpolitik reicht nicht, um den \u00dcberhang von vielen Jahren abzubauen \u2013 zumal die zweitgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft China weiterhin mit einer expansiven Geldpolitik die Konjunktur stimuliert.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund dieser Faktoren versuchen wir, die zuk\u00fcnftige Inflationsentwicklung zumindest ann\u00e4hernd zu prognostizieren. Hierf\u00fcr haben wir die Peis- und Arbeitsmarktdaten der letzten vier Monate analysiert und mit den strukturellen Faktoren verbunden. Herausgekommen ist, dass wir f\u00fcr die USA eine Basisinflation von 3,17% p.a. und f\u00fcr Deutschland eine von 3,66% p.a. sch\u00e4tzen. Diese Sch\u00e4tzwerte haben wir als lineare Monatswerte an die historische Inflationsentwicklung angeh\u00e4ngt und so die Inflationsprognose in der n\u00e4chsten Grafik erzeugt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.antecedo.eu\/files\/antecedo\/artikel\/publikationen\/Grafiken\/2023-02\/Antecedo%20Newsletter%2002_2023-05.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Interessant an dieser Darstellung ist, dass in den USA im Juni noch einmal ein gro\u00dfer Basiseffekt aus der Statistik herausfallen wird und dann mit einer Inflationsrate von ca. 3,3% der gro\u00dfe Abstieg von den hohen Inflationswerten abgeschlossen ist. Alles, was deutlich dar\u00fcber hinaus geht, m\u00fcsste entweder mit einer nicht zu erkennenden Lohnzur\u00fcckhaltung mit ebenfalls nicht zu erkennenden Produktivit\u00e4tsspr\u00fcngen oder mit deutlich sinkenden Rohstoff- oder Energiepreisen verbunden sein.<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland und Europa wird der Abstieg der Inflationsraten noch deutlich l\u00e4nger anhalten, voraussichtlich bis ins Jahr 2024. Da wir das Rezessionsrisiko in Europa deutlich h\u00f6her einsch\u00e4tzen als in den USA, kann hier der Abstieg auch unter die amerikanischen Werte f\u00fchren. Daf\u00fcr m\u00fcsste die Wirtschafts-entwicklung in Europa aber noch schlechter sein, als von uns angenommen. Bei einer sehr tiefen Rezession k\u00f6nnte auch das Inflationsziel der EZB erreicht und unterboten werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie werden sich die Notenbanken verhalten, wenn ihre 2%-Inflationsziele nicht von selber erreicht werden? Sie k\u00f6nnten nat\u00fcrlich weiter die Zinsen anheben und ihr Inflationsziel, auch auf Kosten einer richtigen Rezession, erzwingen. Aber das halte ich f\u00fcr unwahrscheinlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn 2024 ist in den USA Wahljahr. Die beste wirtschaftspolitische Tat der Biden-Administration war, dass sie sich komplett aus der Geldpolitik herausgehalten hat. Das Gegenteil haben wir in der T\u00fcrkei gesehen, wo der Pr\u00e4sident seine Macht genutzt hat, um seine geldpolitischen Thesen in der Realit\u00e4t auszuprobieren. Wer einen Beweis f\u00fcr die Sinnhaftigkeit unabh\u00e4ngiger Notenbanken gebraucht hat, hat ihn bekommen. Das sieht vermutlich auch der T\u00fcrkische Pr\u00e4sident jetzt so, der anscheinend nach seiner Wiederwahl einen Kurswechsel eingel\u00e4utet hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch ganz im akademischen Vakuum handelt auch eine unabh\u00e4ngige Notenbank nicht. Sp\u00e4testens bei der Neubesetzung der Chefposten gilt wieder das Primat der Politik. Und so hat die amerikanische Fed auch immer versucht, sich aus den Wahlk\u00e4mpfen herauszuhalten. Denn sp\u00e4testens, wenn die Arbeitslosigkeit auf wahlbeeinflussende Niveaus steigt, wird die Kritik an der Notenbank sehr deutlich werden. Und das aus allen Lagern, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven.<br>Unserer Ansicht nach wird die Fed, die die Basisinflation viel besser berechnen kann als wir, in diesem Jahr noch ein oder zwei Mal die Zinsen anheben. Dann wird sie darauf verweisen, dass man jetzt erst einmal die langfristigen Ergebnisse der bisherigen Zinspolitik abwarten muss. Dabei m\u00fcssen nat\u00fcrlich genau die Daten beobachtet werden, was bedeutet, dass die Fed nach oben nur handeln w\u00fcrde, wenn ein angespannter Arbeitsmarkt zu drastischen Lohnsteigerungen f\u00fchrt. Oder nach unten, wenn sich deutlichere Anzeichen einer Rezession zeigen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die EZB, die nicht nur auf die Eurozone als Ganzes, sondern auch auf die Befindlichkeiten jedes Mitgliedes achten muss, wird diese Vorgabenpause der Fed zu sch\u00e4tzen wissen. Vermutlich wird die EZB noch etwas h\u00e4ufiger die Zinsen anheben als die Fed. Sie wird beim absoluten Niveau aber weit unter den Amerikanern bleiben und auch auf eine Zinspause zielen. Sp\u00e4testens Ende 2023 sollte auch in Europa der Zinsgipfel erreicht sein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das grobe Bild<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei einem so langen Zeitraum mit so vielen Unw\u00e4gbarkeiten k\u00f6nnen unsere Ausf\u00fchrungen nur grobe Anhaltspunkte sein. Nat\u00fcrlich besteht z.B. die M\u00f6glichkeit, dass die schon erfolgten Zinserh\u00f6hungen doch noch eine tiefere Rezession ausl\u00f6sen. Doch f\u00fcr diese Sichtweise fehlen uns die Fakten. Aus unserer Sicht werden die Risiken f\u00fcr die Kapitalm\u00e4rkte in den n\u00e4chsten Monaten vor allem aus dem politischen und gesellschaftlichen Umfeld kommen und weniger aus direkten \u00f6konomischen Entwicklungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte globale Risikofaktor liegt vermutlich in der Entwicklung in China begr\u00fcndet. Dar\u00fcber soll unser n\u00e4chster Newsletter informieren. Hier wollten wir den Blick sch\u00e4rfen f\u00fcr Entwicklungen und Risiken, die mit den entscheidenden Wahlen in den n\u00e4chsten 18 Monaten auf uns zukommen. Und schon geringf\u00fcgige Abweichungen von unseren Annahmen k\u00f6nnen zu einem viel pessimistischeren Bild f\u00fchren, als wir dies gezeichnet haben. Erfolg und Misserfolg liegen in unseren schnelllebigen Zeiten eng beieinander. Es gibt gro\u00dfe Risiken, aber wir wollen auch nicht alles schwarzsehen. Ihnen allen w\u00fcnschen wir ganz sicher alles Gute.<\/p>\n\n\n\n<p>Kay-Peter T\u00f6nnes<br>Bad Homburg v.d.H., den 03.07.2023<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Disclaimer<\/h4>\n\n\n\n<p>Diese Unterlage der Antecedo Asset Management GmbH enth\u00e4lt Informationen, die aus \u00f6ffentlichen Quellen stammen, die wir f\u00fcr verl\u00e4sslich halten. Wir \u00fcbernehmen jedoch keine Garantie f\u00fcr die Richtigkeit oder Vollst\u00e4ndigkeit dieser Informationen. Antecedo beh\u00e4lt sich unangek\u00fcndigte \u00c4nderungen der in dieser Unterlage zum Ausdruck gebrachten Meinungen, Vorhersagen, Sch\u00e4tzungen und Prognosen vor und unterliegt keiner Verpflichtung, diese Unterlage zu aktualisieren oder den Empf\u00e4nger in anderer Weise zu informieren, falls sich eine dieser Aussagen ver\u00e4ndert hat oder unrichtig, unvollst\u00e4ndig oder irref\u00fchrend wird. Diese Unterlage dient ausschlie\u00dflich der Information und ist nicht auf die speziellen lnvestmentziele, Finanzsituationen oder Bed\u00fcrfnisse individueller Empf\u00e4nger ausgerichtet. Bevor ein Empf\u00e4nger auf Grundlage der in dieser Unterlage enthaltenen Informationen oder Empfehlungen handelt, sollte er abw\u00e4gen, ob diese Entscheidung f\u00fcr seine pers\u00f6nlichen Umst\u00e4nde passend ist, und sollte folglich seine eigenst\u00e4ndigen lnvestmententscheidungen, wenn n\u00f6tig mithilfe eines unabh\u00e4ngigen Finanzberaters gem\u00e4\u00df seiner pers\u00f6nlichen Finanzsituation und seinen lnvestmentzielen treffen. Diese Unterlage ist kein Angebot oder Teil eines Angebots zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten, noch stellt diese Unterlage eine Grundlage f\u00fcr irgendeinen Vertrag oder irgendeine Verpflichtung dar. Antecedo haftet f\u00fcr diese Unterlage oder die Verwendung ihrer Inhalte nicht.<br><br>Vergangenhe\u0131tswerte sind keine Garantie f\u00fcr zuk\u00fcnftige Wertentw\u0131cklungen. Es kann daher nicht garantiert, zugesichert oder gew\u00e4hrleistet werden, dass ein Portfolio die in der Vergangenheit erzielte Wertentwicklung auch in Zukunft erreichen wird. Eventuelle Ertr\u00e4ge aus Investitionen unterliegen Schwankungen; der Preis oder Wert von Finanzinstrumenten, die in dieser Unterlage beschrieben werden, kann steigen oder fallen. lm \u00dcbrigen h\u00e4ngt die tats\u00e4chliche Wertentwicklung eines Portfolios vom Volumen des Portfolios und von den vereinbarten Geb\u00fchren und fremden Kosten ab. Bei den in dieser Unterlage eventuell enthaltenen Modellrechnungen handelt es sich um beispielhafte Berechnungen der m\u00f6glichen Wertentwicklungen eines Portfolios, die auf verschiedenen Annahmen (z. B. Ertrags- und Volatilit\u00e4tsannahmen) beruhen. Die tats\u00e4chliche Wertentwicklung kann h\u00f6her oder niedriger ausfallen &#8211; je nach Marktentwicklung und dem Eintreffen der den Modellrechnungen zugrunde liegenden Annahmen. Daher kann die tats\u00e4chliche Wertentwicklung nicht gew\u00e4hrleistet, garantiert oder zugesichert werden.<br><br>F\u00fcr die Einhaltung der angestrebten Wertuntergrenze kann weder die Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) noch ein anderes mit ihr verbundenes Unternehmen eine rechtliche Garantie oder Gew\u00e4hr abgeben. Daher sollten sich Investoren bewusst sein, dass m\u00f6glicherweise in dieser Unterlage genannte Wertsicherungskonzepte keinen vollst\u00e4ndigen Verm\u00f6gensschutz bieten k\u00f6nnen. Die KVG kann somit nicht garantieren, zusichern oder gew\u00e4hrleisten, dass das Portfolio die vom Investor angestrebte Entwicklung erreicht, da ein Sonderverm\u00f6gen stets Risiken ausgesetzt ist, welche die Wertentwicklung des Portfolios negativ beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen und auf welche die KVG nur begrenzte Einflussm\u00f6glichkeit hat. Ohne vorherige schriftliche Zustimmung von Antecedo darf\/d\u00fcrfen diese Unterlage, davon gefertigte Kopien oder Teile davon nicht ver\u00e4ndert, kopiert, vervielf\u00e4ltigt oder verteilt werden. Mit der Entgegennahme dieser Unterlage erkl\u00e4rt sich der Empf\u00e4nger mit den vorangegangenen Bestimmungen einverstanden.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.antecedo.eu\/en\/aktuelles\/publikation\/Newsletter.html\/?file=files\/antecedo\/artikel\/publikationen\/Antecedo%20Newsletter%20Q2_2023.pdf\">PDF laden<\/a><\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Normalerweise w\u00e4re die Jahresmitte ein zu fr\u00fcher Zeitpunkt, um jetzt schon \u00fcber die \u00f6konomischen Entwicklungen im n\u00e4chsten Jahr zu sprechen. 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